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15 Feb 18

Die osmanische Ohrfeige

Die Zollbehörden der Russischen Föderation teilten mit, dass die russischen Nickelexporte an Länder außerhalb der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) im Jahr 2017 zurückgegangen sind. Betrugen diese in 2016 noch 185.300 Tonnen, kam es in 2017 zu einer deutlichen Reduzierung um 49.000 Tonnen beziehungsweise 26,44% auf nun 136.300 Tonnen. Zunächst könnte man zu dem Schluss kommen, dieser Rückgang läge an den durch manche Länder erlassenen Sanktionen gegenüber Russland. Der Primärnickelbereich gehört aber grundsätzlich nicht dazu.

Darüber hinaus gab es schon länger Informationen im Markt, dass eine Umstellung der Produktion bei dem großen russischen Produzenten Norilsk Nickel zu einem wesentlichen Produktionsrückgang bei Nickel führen würde. Zuletzt konnte man Ende Januar in einer Meldung des Nachrichtendienstes Platts lesen, dass der Nickeloutput bei Norilsk gegenüber dem Vorjahr von 235.749 Tonnen um 18.637 Tonnen oder 8% auf 217.112 Tonnen zurückgegangen ist. Dieser Rückgang soll vor allem an einer Reduzierung der niedrigmargigen Raffinierung von Dritterzen bei Norilsk Nickel Harjavalta in Finnland liegen. Aber auch das ist nicht wirklich eine plausible Erklärung für den sehr deutlichen Einbruch der Ausfuhren. Schaut man sich hingegen die durch den Datendienst Shanghai Metals Market veröffentlichten Daten des chinesischen Zolls für 2017 an, findet man schnell den eigentlichen Grund. So sind die Einfuhren von Nickel in Rohform (Raffiniertes Nickel und Nickellegierungen) aus Russland nach China zwischen Januar und Dezember 2017 um beinahe 50% zurückgegangen.

File: Lesen Die osmanische Ohrfeige (PDF)

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