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15 Feb 18

Die osmanische Ohrfeige

Dagegen ist bekannt, dass das Edelstahl- und Stahlrecycling schon immer die nachhaltigere Alternative zum Rohstoffabbau in Konfliktregionen oder aus Großprojekten, welche auch die Umwelt und Arbeitsbedingungen von Menschen verändert, ist und war. Die Maximierung des Einsatzes von Schrott reduziert die negativen Effekte durch Rohstoffförderung in den Abbauländern: keine Kinderarbeit, weniger Flächenverbrauch, geringere Umweltrisiken, keine Umsiedlungen und kürzere Transportwege. Es könnte also sein, dass sich Volkswagen demnächst auch von seinen Stahllieferanten versichern lässt, dass diese in möglichst großem Umfang von auch unter CSR-Aspekten nachhaltigem Schrott Gebrauch gemacht haben.

Im Zusammenhang mit der neuen wirtschaftspolitischen Agenda in China meldet die Nachrichtenagentur Reuters, dass das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie beabsichtigt, das für 2020 definierte Ziel der Reduzierung der Stahlproduktionskapazität bereits in diesem Jahr 2018 zu erreichen. Insgesamt sollen 150 Millionen Tonnen Kapazität stillgelegt werden. Die Meldung bleibt allerdings schuldig, gegenüber welcher Ausgangskapazität diese Rechnung gelten soll. Denn auch weiterhin werden in China neue Stahlwerke gebaut. Sollte es hingegen tatsächlich zu einer deutlichen Verringerung kommen, würde China mit seinen Ankündigungen wirklich ernst machen. Die Überprüfung bleibt aber schwierig. Die derzeit guten Stahlpreise, so Reuters, würden es dem größten Stahlproduktionsland der Welt schwer machen, die Stahlproduzenten von der Notwendigkeit dieses Schrittes zu überzeugen. Wobei in einer Diktatur das mit der Überzeugung so eine Sache ist. Manchmal wird auch nur entschieden.

File: Lesen Die osmanische Ohrfeige (PDF)

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