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15 Feb 18

Die osmanische Ohrfeige

Im Laufe des Januars 2018 konnte sich die Nickelnotierung an der London Metal Exchange (LME) weiter deutlich befestigen. Zum Monatsende sowie Anfang Februar wurde sogar kurz die Schwelle von USD 14.000,00/mt nach oben durchbrochen. Doch die Freude über das neue Niveau währte nicht lange. Denn wie an diesem Ort bereits beschrieben, ging mit steigenden Ölpreisen und differenzierteren Aussagen der Notenbanken zur Zinspolitik bei den Mitläufern in den Märkten zunehmend die Angst steigender Zinsen um. Da es aber insgesamt nur wenige autarke Investoren gibt und die nach technischen Chartpunkten agierenden, automatischen Handelssysteme sowieso ohne „Sinn und Verstand“, sondern nach Formeln unterwegs sind, kam es an den Aktienmärkten zu einem erheblichen Kursrutsch. Dabei waren die USA und Asien deutlich stärker betroffen als Europa. Allerdings galten diese Märkte, anders als die europäischen Pendants, in den Augen der Analysten auch schon zuvor als deutlich überhitzt.

Unabhängig davon erscheint die Korrektur zu deutlich und zu früh, denn die reale Wirtschaft läuft weiter gut und Zinserhöhungen sowie die Rückführung einer extrem lockeren Geldpolitik sind für eine langfristig nachhaltige Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung unbedingt erforderlich. Dass es in der Folge der Aktienmarktkorrektur auch zu Spill-over-Effekten in andere Märkte kam, war wenig überraschend. Man hat sich leider schon daran gewöhnt, dass bei solchen Entwicklungen, trotz robuster Nachfrage, immer auch die Rohstoffmärkte unter die Räder kommen. Nickel (und die anderen Basismetalle) korrigierten durch die Bank deutlich. Der LME-Nickel-Future fiel zeitweise wieder unter USD 13.000,00/mt, um genau zu sein, lag das Low bei USD 12.755,00/mt. Allerdings nur kurz, denn dann kamen die Märkte wieder zur Vernunft. Aktuell handelt Nickel schon wieder über USD 14.000,00/mt. Was auch wenig erstaunt, bei dem guten Wirtschaftsumfeld.

File: Lesen Die osmanische Ohrfeige (PDF)

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