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18 Sep 08

Stoppt den Wahnsinn!

Bei den sich derzeit an den weltweiten Finanzmärkten überschlagenden Ereignissen – mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und der Quasi-Verstaatlichung des Versicherungskonzerns AIG als weitere, vorläufige Höhepunkte – ist es schwer, auch nur annähernd eine Aussage über die Verfassung der Rohstoffmärkte zu machen, die in ihrer Aktualität nicht morgen schon wieder überholt ist. Aus diesem Grund müssen hier einige allgemeine Anmerkungen reichen: Gold erlebt aktuell erneut eine Renaissance, nachdem auch die bisher als sicher eingestuften US-Geldmarktfonds im Rahmen der Lehman-Insolvenz Verluste melden mussten. Nur investieren heute im Gold nicht mehr hauptsächlich nur spekulativ orientierten Investoren – Gold notierte bereits im März diesen Jahres im Gleichschritt mit den Ölpreisen und stimuliert durch einen schwächeren US-Dollar bei um USD 1.000,00 pro Feinunze –, sondern die verunsicherten Anleger. Gold stellt sich für diese als safe haven (sicherer Hafen) dar, um bestehende Vermögenswerte bestmöglich zu sichern. Auf eine Verzinsung wird dabei gerne verzichtet. Bei den Basismetallen, wie Nickel, Kupfer und Aluminium, sieht es derzeit anders aus. Alle Aussichten auf eine kurzfristige Erholung der Märkte sind vor dem Hintergrund der mehr als deutlichen Eintrübung der weltweiten Konjunkturerwartungen durch die weiter um sich greifende Bankenkrise, auch von den allergrößten Optimisten wohl ad acta gelegt. Einzig eine noch stärkere Verschärfung der Krise könnte zu einer beinahe anachronistisch anmutenden Kurssteigerung führen. Dann nämlich, wenn verunsicherte Anleger auf breiter Front erkennen sollten, dass natürlich auch die Basismetalle als fungible Sachwerte, beinahe ebenso gut wie Gold, als Schutz von Vermögen dienen können. Einzig der ohnehin abgeschaffte Goldstandard für die weltweiten Währungen hätte noch einen wesentlichen Unterschied bedeutet. Aber letzteres Szenario wollen wir einmal nicht realistisch annehmen.

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