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14 Nov 17

„The Party leads“

Dass die Edelstahlrohstoffe mitunter eine hohe Volatilität aufweisen ist hinlänglich bekannt, zuletzt machte aber das Verbrauchsmaterial Grafitelektroden von sich reden. Grafitelektroden werden in Elektrolichtbogenöfen zur Stahlherstellung eingesetzt und dienen dort zur Leitung der elektrischen Energie, um die eingesetzten Rohstoffe, wie zum Beispiel Edelstahlschrott, zum Schmelzen zu bringen. Seit der Jahresmitte sind die Spotpreise für Grafitelektroden geradezu explodiert und von unter USD 5.000,00/mt auf bis zu USD 40.000,00/mt gestiegen. Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe.
Zum einen gibt es ein Angebotsdefizit, da während der chinesischen Heizperiode (Oktober/November bis März) die dortigen Grafitelektrodenproduzenten aus Umweltschutzgründen Produktionsbeschränkungen unterliegen. Daher produzieren die Elektrodenhersteller außerhalb Chinas quasi an der Kapazitätsgrenze.

Zum anderen ist der Preis von Nadelkoks, einem wichtigen Ausgangsrohstoff für die Elektrodenproduktion, stark gestiegen. Ferner gibt es auch noch Außenhandelsbeschränkungen hinsichtlich des Imports chinesischer Grafitelektroden, die es nach Aussagen von Analysten bis zum Jahr 2020 unwirtschaftlich macht Elektroden aus China einzusetzen. In der mittleren Frist könnte auch die verstärkte Nachfrage aus dem Lithium-Ionen-Batteriebereich ein Aufwärtsrisiko für die Nadelkokspreise darstellen. Je nach Einkaufsstrategie (langfristig versus Spot), sind die Stahlproduzenten kurzfristig in unterschiedlicher Art und Weise betroffen. Mittel- und langfristig werden sich aber die beschriebenen Effekte bei allen Produzenten auswirken und zu höheren Stahlpreisen führen, da man diese Kosten an die Kunden weitergeben wird.

File: Lesen „The Party leads“ (PDF)

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