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17 Oct 17

China: Wachstum ohne Wertschöpfung?

Da erscheint es nicht vollkommen zufällig, dass sich Nachrichten häufen, in denen inzwischen Stahlproduzenten als Schrottverbraucher zu Recht sehr offen und positiv mit den Eigenschaften der Schrotte als Rohstoffe umgehen. Auf der Metal Bulletin Stainless Steel Konferenz in Ljubljana, Slowenien sagte der renommierte Marktanalyst Markus Moll, dass „Schrott, unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten, der beste Weg sei, um Edelstahl rostfrei zu produzieren und dass europäische Politiker sich für diesen Ansatz auch einsetzen müssten.“ Nicht zuletzt beginnen mehr und mehr Stahlverarbeiter ihre Zulieferkette auch unter dem Gesichtspunkt des CO2-Fußabdrucks (carbon footprint) zu betrachten. Es gäbe bereits, so Moll einen Automobilzulieferer, der in seiner Einkaufsspezifikation für Edelstahl festlegt, dass dieser nicht unter Verwendung von Nickel Pig Iron (NPI) hergestellt sein darf.

Auch in einem Artikel in der Ausgabe 18/2017 der Fachzeitschrift Focus Rostfrei geht es um die Nachhaltigkeit in der Edelstahlproduktion. Zielsetzung ist es die Treibhausgasemissionen zu vermindern. Unter dem Dach der UN Global Compact wurde die Initiative Science Based Targets ins Leben gerufen. Unter den 262 engagierten Unternehmen sind auch Player aus der Edelstahlindustrie. Wenn es um Energieeffizienz und ein CO2-Emissionsziel geht, gibt es zu einem möglichst hohen Einsatz an Edelstahlschrott keine Alternative. Bei allen, immer wieder genannten Vorteilen für die Verbraucher und Umwelt darf sich die Schrottbranche zu Recht fragen, wieso für diese geradezu ideal auf Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz angelegten Rohstoffprodukte in der Regel immer noch niedrigere Preise bezahlt werden, als die jeweiligen Primärrohstoffe mit ihren schweren ökologischen Rucksäcken. Eigentlich müsste es umgekehrt sein, wenn man die negativen, externen Effekte betrachtet.

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