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17 Oct 17

China: Wachstum ohne Wertschöpfung?

Denn die Medien rühmen sich ja einer herausragenden Stellung in den modernen, demokratischen Gesellschaften. Sie sehen sich gerne als die so genannte, vierte Macht im Staate neben dem weitgehend anerkannten Dreiklang von Legislative (Gesetzgebung), Exekutive (Regierung) und Judikative (Rechtsprechung). Man versteht sich als notwendiges Korrektiv für systemimmanente Verfehlungen der Gewaltenteilung, wie vorstehend beschrieben, und als Kämpfer gegen die Tendenz von etablierten Strukturen zur Intransparenz und Ineffizienz. Das ist ein nicht gerade bescheidenes Selbstbild und die Wirksamkeit als Korrektiv ist auch mit einigen Zweifeln behaftet.

Nicht wenige Beobachter und Kommentatoren der aktuellen Wahlen zum deutschen Bundestag äußern gar die Befürchtung, dass ein gewisser Medienhype um die rechtspopulistische Partei, Alternative für Deutschland (AfD) den für jeden liberalen Bürger unangenehmen Erfolg befördert haben könnte. Wäre es nicht grundsätzlich ehrlicher, wenn die Medienunternehmen sich auch zu ihren jeweiligen ökonomischen Geschäftsmodellen bekennen? Und dabei geht es eben auch um Umsatz und Auflage, ob analog oder digital. Und in dieser Hinsicht ist die AfD vielleicht ein interessanteres Thema als immer die gleiche „Merkel-Raute“.

Dabei soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass die Medienbranche hinsichtlich Ehrlichkeit besonders schlecht da steht. Andere Industrien sind kein bisschen besser. Ohne konkrete Namen zu nennen, fallen jedem Leser auch bei der Automobilwirtschaft oder der Pharmaindustrie ausreichend Beispiele zur Debatte ein. Aber auch diese beiden Wirtschaftszweige sind wohl nichts Besonderes, keine Ausnahme. Die Menschheit muss sich vermutlich demütig eingestehen, dass trotz allen Strebens nach Verbesserungen und bei aller häufig zitierten Ethik und Moral, dieses eben ein ständiges Bemühen bleibt und leider kein dauerhaft erreichtes Ziel.

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