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17 Oct 17

China: Wachstum ohne Wertschöpfung?

Wenn man sich allerdings die Parallelität des Wachstums in China einerseits und die Zunahme der Verschuldung in den letzten fünfzehn Jahren andererseits ansieht, darf man zumindest skeptisch werden. Denn ein schuldenfinan¬ziertes Wachstum hat je nach Sektoren und Zukunftsorientierung der Investitionen nicht unbedingt einen sehr hohen Wert. Und gerade relativ unproduktive Immobilien spielen bei diesem Wachstum eine große Rolle. Auch wenn man zum Beispiel im Stahlbereich sieht, zu welchen Dumpingpreisen Stahl aus China angeboten wurde und wird, dann fragt man sich zu Recht, wo eigentlich die Wertschöpfung geblieben ist; oder anders gesagt: der Cash-Flow, mit dem der Lehre nach sich Investitionen amortisieren und Schulden getilgt werden.

Dennoch darf man hier nicht zu schwarz malen, denn es gibt nicht wenige Volkswirtschaftler, die der festen Überzeugung sind, dass sich auch andere wesentliche Volkswirtschaften, wie zum Beispiel die Vereinigten Staaten schon seit vielen Jahrzehnten nur durch die Erzeugung von Blasen in bestimmten Sektoren „über Wasser halten“. Und das offensichtlich ja auch nicht so schlecht, zumindest wenn man sich den durchschnittlichen Wohlstand in den USA ansieht. Und solange sich nicht allzu viele Menschen von diesem durchaus stabilen Phänomen beunruhigen lassen, solange geht es auch ohne Beeinträchtigung weiter. Und das soll es gerne auch, denn an „Schwarzen Schwänen“, Demagogen und schmerzhaftem Verzicht hat nun keiner ein echtes Interesse. Und solange dieses Thema nicht von den großen Medien aufgegriffen wird, besteht auch keine große Gefahr.

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