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12 Jul 17

Mit dem Strom schwimmen ist leicht

Aber Software ist eben auch nur so intelligent wie die Umsetzung der Vorgaben durch die Programmierer und auch nicht frei von Fehlern. Was aber zukünftig noch wesentlich schwerer wiegen könnte, ist die Scheu vieler Menschen vor Entscheidungen und der Übernahme von Verantwortung. Das ist durchaus menschlich und umso verständlicher, wenn man sich gegen eine, als unfehlbar und überlegen klassifizierte Computerentscheidung durchsetzen muss. Da finden der Elan und der Durchsetzungswille eines normalen Arbeitnehmers schnell seine Grenzen. Denn als Individuum und Entscheidungsträger hat man bei Licht betrachtet eigentlich nur ein Downsiderisiko.

Für viele Menschen wäre es daher wunderbar bequem, wenn man die Verantwortung final auf einen Maschine abwälzen könnte. Die Bereitschaft zu „Interventionen“ wird somit immer geringer werden. Da aber das beste Modell nie alle Fälle erfassen kann, werden gerade die für Kreativität und Weiterentwicklung notwendigen „Exoten“ auf der Strecke bleiben. Diese haben schon im „menschlichen“ System wenige, mutige Fürsprecher, dann aber so gut wie keine mehr, wenn Maschinen (und deren eben nicht allwissende Programmierer) den Standard defnieren. Wenn man diese Gedanken weiterspinnt, kommt man an einen Punkt, wo klar wird, dass man theoretisch und auch praktisch zum Beispiel auch nicht mehr weit davon entfernt ist, dass eine Computeranalyse bei der Bewerbung eines Schülers oder einer Schülerin an einer Hochschule auf der Basis einer großen Datensammlung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit sagen wird, ob die Jungen und Mädchen, das zweite Semester überstehen werden oder nicht.

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