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15 May 17

Episode 9: Im Würgegriff marktferner Kräfte

Gerade sind in Nordrhein-Westfalen (NRW), einem sehr bevölkerungsreichen, aber leider wirtschaftlich nicht mehr ebenso erfolgreichen, großen Bundesland der Bundesrepublik Deutschland die Wahlen zum Landesparlament über die Bühne gegangen. Die alte Regierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und der Koalition von SPD und den Grünen wurde abgelöst. Unabhängig vom Ergebnis bekäme aber auch in NRW kein Politiker, auch nicht aus dem Siegerlager solche Sätze wie: „Das haben wir falsch gemacht“ oder „Da ist mir das Eis geschmolzen“ über die Lippen. Eine gewisse Unfehlbarkeit scheint ein weit verbreitetes Persönlichkeitsmerkmal. Das ist schade, denn auch wenn heute die meisten wichtigen politischen Entscheidungen in Brüssel oder Berlin getroffen werden, ist der Landespolitik, aus welchen Gründen auch immer, eine für die Zukunft der Volkswirtschaft extrem wichtige Domäne verblieben: die Bildungspolitik. Diese war vielleicht sogar wahlentscheidend in NRW.

Und die Zuständigkeit der Bundesländer rächt sich mit einem Flickenteppich von verschiedensten, nicht aufeinander abgestimmten bundeslandspezifischen Eigenheiten, so dass schon ein Umzug von einem Bundesland in ein anderes Lehrer oder auch Familien mit schulpflichtigen Kindern vor große Herausforderungen stellt. Die Unterschiede sind meistens ideologisch bedingt und umso mehr regiert in diesen Bereichen ein Dogma und nicht die Vernunft. Durch eine zufällige Begegnung kam es jetzt zu einer Bestätigung der bisher in der Öffentlichkeit nur hinter vorgehaltener Hand geäußerten Befürchtungen. Es gibt eine extrem hohe Quote an Studienabbrechern. Breitere wissenschaftliche Untersuchungen über die Gründe scheint es aber nicht zu geben, wären diese auch nicht besonders schmeichelhaft für die seinerzeitigen Motoren hinter der Bewegung „Abitur und Studium für alle“.

File: Lesen Episode 9: Im Würgegriff marktferner Kräfte (PDF)

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