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Lexikon

F

Ferrit

Metallographische Bezeichnung des Mischkristalls (Eisen-Kohlenstoff-Diagramm) in dessen Gitter Kohlenstoff interstitiell gelöst ist. Seine maximale Kohlenstofflöslichkeit beträgt nur 0,02%. Ferrit tritt bei untereutektoiden Stählen auf, läszlig;t sich legieren (legierter Stahl) und ist bis 769°C ferromagnetisch. Rein ferritisches Gefüge besitzt geringe Festigkeit, aber hohe Duktilität. Durch Zulegieren von Si oder Cr erhält es besondere Eigenschaften (Elektrobleche). Neben massivem und Korngrenzenferrit kann es bei Kohlenstoffgehalten zwischen 0,2 und 0,4% infolge schneller Abkühlung von hohen Temperaturen zur Bildung von sog. Widmannstätten’schem Ferrit kommen. Diese spröde Gefüge tritt bevorzugt in Gußgefügen und nach dem Schweißen auf.

Ferritische Stähle

Stähle, die bei der Erstarrung ein ferritisches Gefüge erhalten, das durch eine Wärmebehandlung nicht zu beeinflussen ist. Diese Eigenschaften beruhen auf Ferritbildnern. Diese Stahlsorten sind warmfest, besitzen besondere magnetische Eigenschaften, lassen sich nicht abschreckhärten und neigen zur Grobkornbildung.

Ferrolegierungen

Im Kokshochofen, Lichtbogenofen oder Niederschachtofen hergestellte Zwischenerzeugnisse, die als Zusätze bei der Eisen- und Stahlerzeugung dienen und eines oder mehrere der folgenden Legierungselemente enthalten: mehr als 8% Si (= Ferrosilicium), mehr als 30% Mn (= Ferromangan), mehr als 20% Cr (= Ferrochrom), mehr als 40% W (= Ferrowolfram), mehr als insgesamt 10% andere Legierungselemente, z.B. Cu, Al, Ti, V, Mo, Nb. F. sind nach Euronorm 1 und DIN 17560 - 17569, 17599, SEW 1740 genormt.